HonestlyConcerned.info2w ago
🇩🇪 Die Reaktionen auf den Wahlsieg der Linken in Berlin reißen nicht ab – und was hier zusammenkommt, lässt sich nicht mehr mit einzelnen „problematischen“ Personen oder nachträglichen Distanzierungen abräumen.
Die Jüdische Allgemeine dokumentiert in gleich mehreren Beiträgen, wie groß die Sorge innerhalb der jüdischen Gemeinschaft ist. Zentralratspräsident Josef Schuster spricht von einem „tiefen strukturellen Problem“ und hält nachträgliche Distanzierungen für „völlig unglaubwürdig“. Michel Friedman warnt SPD und Grüne vor einer Koalition mit der Berliner Linken. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner stellt die Gretchenfrage: „Wie haltet ihr es mit dem Antisemitismus?“
Und genau darum geht es jetzt.
Auf der Wahlfeier der Berliner Linken tauchten mit Issa Remmo ein bekannter Clan-Chef und mit Ibrahim Ibrahim ein Aktivist auf, der mit einem PFLP-nahen Umfeld in Verbindung gebracht wird und Yahya Sinwar nach dem Massaker vom 7. Oktober als „standhaften Führer“ und „Märtyrerhelden“ bezeichnet haben soll. Gleichzeitig stehen Teile der Berliner Linken seit Langem wegen radikal israelfeindlicher und antisemitischer Positionen in der Kritik.
Wie viele rote Linien müssen eigentlich noch überschritten werden, bevor aus wohlklingenden Bekenntnissen gegen Antisemitismus politische Konsequenzen folgen?
Seit Jahren wird – völlig zu Recht – verlangt, Antisemitismus von rechts konsequent entgegenzutreten. Aber wer beim Antisemitismus von links oder aus islamistischen Milieus plötzlich relativiert, wegschaut oder aus koalitionstaktischen Gründen andere Maßstäbe anlegt, macht den Kampf gegen Judenhass unglaubwürdig.
Antisemitismus wird nicht harmloser, wenn er sich „Antizionismus“ nennt. Er verschwindet nicht, wenn „Palästina-Solidarität“ darübergeschrieben wird. Und er wird nicht akzeptabler, weil er aus einem politischen Lager kommt, das sich selbst für progressiv hält.
Die IHRA-Arbeitsdefinition benennt ausdrücklich Erscheinungsformen israelbezogenen Antisemitismus. Dämonisierung, Delegitimierung und Doppelstandards verschwinden nicht dadurch, dass diejenigen, die sie verbreiten, sich selbst gegen Antisemitismus erklären.
Deshalb sind diese sechs Beiträge der Jüdischen Allgemeinen so lesenswert. Zusammengenommen geht es um weit mehr als eine Berliner Wahl oder die Zusammensetzung des nächsten Senats. Es geht um die Glaubwürdigkeit deutscher Politik im Kampf gegen Antisemitismus – und um die Frage, was all die Versprechen zum Schutz jüdischen Lebens tatsächlich wert sind, sobald Macht und Koalitionsoptionen auf dem Spiel stehen.
SPD und Grüne müssen diese Frage für sich beantworten. Und jüdische Menschen in Deutschland werden sehr genau beobachten, welche Antwort sie geben.
🔹 https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/ein-clan-chef-als-antisemitismusbeauftragter/
🔹 https://www.juedische-allgemeine.de/politik/kloeckners-gretchenfrage-wie-haltet-ihr-es-mit-dem-antisemitismus/
🔹 https://www.juedische-allgemeine.de/politik/josef-schuster-nachtraegliche-distanzierungen-sind-voellig-unglaubwuerdig/
🔹 https://www.juedische-allgemeine.de/politik/finaler-tabubruch/
🔹 https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/als-nichtjuedische-deutsche-schaeme-ich-mich-fuer-mein-land/
🔹 https://www.juedische-allgemeine.de/politik/michel-friedman-warnt-spd-und-gruene-vor-koalition-mit-der-berliner-linken/
#Berlin #Antisemitismus #JüdischesLeben #Israel #DieLinke
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